Zum 25. Jahrestag des Stanislav Petrov Vorfalls
Kennen Sie den Film Wargames? Er sollte Pflichtlektüre für alle unter 35 werden - damit sie verstehen, wie es damals war. Damit sie verstehen, was Kalter Krieg wirklich bedeutet hat. So unsinnig die technischen Aspekte des Films sind, so treffsicher haben seine Macher die Stimmung Mitte der achtziger Jahre wiedergegeben.
Und Kult war er damals allemal, der Film über einen jugendlichen Hacker, dessen unbekümmerter Spieltrieb beinahe den dritten Weltkrieg auslöst.
Erschreckend ist, dass dieser Film (ganz versehentlich) im weitesten Sinne auf einer wahren Begebenheit beruht. Das wussten damals nicht einmal die Filmemacher. Der Computer, der vom real nicht existenten Massenangriff mit Atomwaffen berichtete, stand allerdings nicht in den USA, sondern in der Sowjetunion, im "Serpukhov 15" Bunker unweit von Moskau.
In diesem Bunker leuchteten am 26. September 1983 plötzlich die Warnlampen in Phalanx: die USA greifen mit einem flächendeckenden Atomschlag an. Diese Warnung hätte normalerweise den dritten Weltkrieg ausgelöst - begonnen mit einem sowjetischen "Gegenschlag", der tatsächlich ein Erstschlag gewesen wäre.
Verhindert wurde die apokalyptische Katastrophe vom diensthabenden Offizier, Oberstleutnant Stanislav Petrov. Dieser entschied sich, gegen seine Computeranzeigen und seine Anweisungen, die Meldung des Computers zu ignorieren - und rettete damit vermutlich die Welt.
Da interveniert dann so mancher, die Verantwortung für einen Gegenschlag habe ja garnicht in seinen Händen geruht und dies sei ja eine Entscheidung der Regierungsspitze gewesen. Alles richtig. Doch wer diese Zeit erlebt hat, der weiß, dass bei einem flächendeckenden nuklearen Angriff der USA der russische Gegenschlag mit Sicherheit erfolgt wäre. Und er musste erfolgen, bevor die vermeintlichen amerikanischen Raketen ihre Ziele erreichten. Diese Strategie war auf beiden Seiten festgeschrieben.
Und so sagen wir heute, am 25. Jahrestag des Weltuntergangs, der keiner wurde, Danke. Einen Orden hat er schon bekommen. Verdient hat er weit mehr.
Dem Vorfall ist eine eigene Webseite gewidmet:
http://www.brightstarsound.com/
Und hier gibt es eine ganze Liste von Vorfällen, die beinahe zum Atomkrieg geführt hätten:
http://skeptically.org/onwars/id7.html
Kommentare
So, 04.01.2009 21:06
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Do, 25.12.2008 00:01
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Di, 23.12.2008 22:42
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So, 21.12.2008 21:44
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Sa, 20.12.2008 14:14
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